Dienstag, 7. Februar 2017

Brauchtum, braucht man das?

Bald geht es wieder los, und in den Karnevalhochburgen des Landes ziehen wieder die Jecken durch die Straßen. Als gebürtiger Rheinländer gerate ich wie jedes Jahr wieder in Versuchung, mich dem Treiben hinzugeben und den "Zoch" vor Ort mitzuverfolgen.
Und wie jedes Jahr erinnere ich mich an das jeweils vorherige Jahr, in dem ich mir die Bahnfahrt mit einer Horde alkoholisierter Jugendlichen teilen musste, mir anschließend den Weg durch die Schnapsleichen gebahnt habe (um 11 Uhr vormittags) um dann in Eiseskälte darauf zu warten, dass die ersten Wagen und Fusstruppen an mir vorbei laufen und mit Kamelle (die Dank neuer Sicherheitsrichtlinien auch immer einfallsloser zu werden scheint) um sich schmeißen.
Wenn dann noch die Gedanken an die Rückfahrt mit noch mehr alkoholisierten Jugendlichen ("dürfen die überhaupt schon Alkohol trinken?") und jeder Menge gröhlender Mitreisenden wieder hochkommt, ist die Stimmung erst einmal dahin.
Dabei ist doch der Karneval angeblich eben dazu gemacht worden, um gute Laune zu verbreiten und die Narrenfreiheit zu feiern.
Wenn in der heutigen Zeit der Begriff der Narrenfreiheit allerdings so gedeutet wird, dass man sich mit möglichst dummen Aktionen (auf die tatsächlich nur ein Narr kommen kann) möglichst schnell ins alkoholische Nirvana schießt, kann selbst ich als Rheinländer dem bunten Treiben nichts Gutes mehr abgewinnen.
Obwohl, doch! Auch in diesem Jahr wird es wohl wieder besonders in Düsseldorf viele bissige und humorvolle Motive auf den Wagen der Karnevalsgesellschaften geben und auch in diesem Jahr werden die Emotionen und Reaktionen darauf nicht lange auf sich warten lassen. Und für gute Satire lohnt es sich dann halt doch, den Umzug live mitzuverfolgen.
 In diesem Sinne, Helau und bis Bald!
Sebastian

Kommentare:

  1. Ich werd über Karneval arbeiten und fahre auch mit dem Zug zu Arbeit ... das kann wieder was werden! :D

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach herrje, Zugfahren zu Karneval stelle ich mir spannend vor. Viel Glück! :)

      Löschen
  2. Wir sind über Karneval mit unseren Kindern beim Skifahren. Trotzdem wollen wir aber das jährliche Treiben nicht missen, wenn wir Zeit haben.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Das ist auch mal eine Alternative. Schön, wenn man beides irgendwie in ruhiger Atmosphäre verbinden kann.

      Löschen