Montag, 13. März 2017

Chaotische Verhältnisse

Es heißt, nur das Genie überblickt das Chaos. Ich frage mich, ob wir in unserer heutigen Welt überhaupt noch Genies haben und wenn wir sie haben, warum sie nicht gehört werden. Gestern fanden in den Niederlanden die Parlamentswahlen statt und ich glaube schon, dass das Ergebnis durchaus hätte schlechter ausfallen können. Bei aller Euphorie dürfen wir aber nicht vergessen, dass rechte und europafeindliche Kräfte den zweiten Platz einnehmen konnten. Ich glaube nicht, dass die Befürworter eines gemeinsamen Europas auch nur im Ansatz verstanden haben, welches riskante Spiel sie spielen.
In diesem Jahr werden noch weitere wichtige Wahlen in Frankreich und in Deutschland folgen und auch da sehen die Zeiten momentan nicht sehr rosig aus. Die Europäische Union muss sich neu erfinden. Sie hat sich in einer viel zu kurzen Zeit viel zu schnell ausgebreitet und dabei viel zu sehr in die individuellen Strukturen ihrer Mitgliedsländer eingegriffen. Es heißt immer, man wolle kein Europa der zwei Geschwindigkeiten. Bei den unterschiedlichen Verhältnissen, die in den Mitgliedsstaaten der EU allerdings vorherrschen, hätte es allerdings offensichtlich gewesen sein müssen, dass jedes neue Mitgliedsland eine individuelle Anpassung an die EU benötigt.
Stattdessen die Brechstange herauszuholen und mit Gewalt alle Mitgliedsstaaten auf eine Linie zurechtzustutzen kann nur scheitern.
Wenn wir in einer starken Union leben möchten, müssen wir langfristig darauf hinarbeiten, dass wir zum Einen gemeinschaftlich handeln aber zum Anderen die einzelnen Bedürfnisse und Anforderungen der Mitgliedsstaaten nicht außer Acht lassen. Ich fürchte, da muss die Europäische Union wie sie jetzt ist noch sehr viel lernen.

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