Mittwoch, 12. April 2017

Determinismus - Alles vorbestimmt?

Gelegentlich bekomme ich von meinen Blogbesucherinnen und -besuchern interessante Begriffe zugesendet, über die ich schreiben soll. Vielen Dank dafür!
 Einige dieser Begriffe sorgen allerdings  für ein flaues Gefühl in der Magengegend. Einer dieser Begriffe ist der Begriff des "Determinismus." Mein erster Gedanke war: "Wo soll ich da blos anfangen?" Na gut, hier ist mein Versuch, dem Thema gerecht zu werden.

Geht es nach dem griechischen Philosophen Demokrit, ist unser ganzes Leben von Beginn an fest vorbestimmt. Jedes Ereignis, jede Veränderung hält sich an festgelegte Naturgesetze, muss unweigerlich eintreffen und lässt sich von uns nicht beeinflussen. Dieses Gedankenkonstrukt mag für uns verlockend klingen, können wir doch so bei jedem Missgeschick und jedem Scheitern behaupten, es hätte unweigerlich passieren müssen.
Interessant wird im diesem Zusammenhang der Begriff der Willensfreiheit. Wenn unser Leben von Beginn an durch Naturgesetze vorbestimmt und vorhersehbar ist, haben wir Menschen keinen freien Willen, da jede "bewusste" Entscheidung tatsächlich vorprogrammiert gewesen sein muss. Demnach war auch dieser Blogeintrag keine freie Entscheidung von mir, ich hätte den Begriff auch unter den Tisch fallen lassen können, sondern fest vorbestimmt.
Ich habe gewisse Zweifel an dieser These. Ein wissenschaftlicher Forschungszweig, der mich in meinen Zweifeln bestätigt, ist die Erforschung der Chaostheorie.
Nehmen wir zwei absolut identische Doppelpendel und stellen sie nebeneinander auf. Wären die Gesetze der Natur vorprogrammiert, müssten sie - abzüglich einer geringen Variable bezüglich der unterschiedlichen Standorte - bei gleicher Inbetriebnahme nahezu identische Bewegungen durchführen, die vorhersagbar sind. Schnell wird man erkennen, dass jeder neue Durchgang unter den exakt gleichen Bedingungen zu immer neuen Ergebnissen führt.
Natürlich hat auch diese Theorie einen Haken: Durch die Dimension der Zeit wird eine Variable eingefügt, die man nicht einfrieren kann. Kein beliebiges Experiment lässt sich daher unter exakt identischen Bedingungen wiederholen. Aber auch hier könnte man vermutlich bei einer genauen Erforschung der Zeit die erwarteten Bewegungen herausrechnen, sollten alle Ereignisse vorbestimmt sein.
Auf der anderen Seite haben verschiedene Experimente gezeigt, dass unser Gehirn eine Bewegungsaktion des Körpers schon vorbereitet, bevor wir bewusst diese Aktion durchführen. Es bestimmt quasi im Voraus, welche Entscheidung unser Körper als nächstes treffen wird.
Laut einer aktuellen wissenschaftlichen Studie konnten Bewegungen von Versuchspersonen bis zu 8 Sekunden vor ihrer tatsächlichen Ausführung durch die gemessene Hirnaktivität vorhergesagt werden. (http://www.spektrum.de/alias/r-hauptkategorie/hirngespinst-willensfreiheit/968930)

Ist unser Leben also tatsächlich vorbestimmt? Laufen biologische Prozesse vielleicht unter anderen naturwissenschaftlichen Konstanten ab als mechanische? Ich hoffe, ich finde die Zeit, mich noch ausführlicher mit diesem Thema zu beschäftigen. Eines kann ich auf jeden Fall vorhersagen: Dieser Blogeintrag hat mein Interesse an der wissenschaftlichen Betrachtung von Determinismus und Chaostheorie geweckt.

Bis Bald
Sebastian

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