Donnerstag, 20. April 2017

Diskussionskultur ohne Kultur

Der Begriff der sozialen Netzwerke bezieht sich seit der Gründung von Facebook, Stayfriends und co. schon lange nicht mehr auf die direkten freundschaftlichen und familiären Beziehungen, mit denen man im täglichen realen Leben kommuniziert. Vielmehr kann man sich mit der gesamten Welt vernetzen, Gruppen beitreten und neue interaktive Freunde finden; und man kann sich an Diskussionen beteiligen. Dies alleine wäre sicherlich kein wirklicher Grund gewesen, einen Blogeintrag darüber zu schreiben. Die Art und Weise, wie Diskussionen geführt werden, lässt mich allerdings ein ums andere Mal in eine Schockstarre fallen.

Ich bin tatsächlich selber ein großer Freund von Diskussionen, und vermisse ein wenig die Diskussionsbereitschaft auf meinem Blog. In der heutigen Zeit scheint es allerdings zu einer üblichen Unsitte geworden zu sein, seine Diskussionspartner bei Abweichungen von der eigenen Meinung direkt persönlich anzugreifen und zu beleidigen. Ich begreife in diesem Zusammenhang nicht, wieso das Internet von so einer großen Menschenmasse als rechtsfreier Raum angesehen wird.

Was mich an der mangelnden Diskussionskultur allerdings am Meisten nervt, ist die Tatsache, dass sich diese Unart immer stärker auf die reale Welt übertragen lässt. Sind wir als Menschen wirklich wieder so weit, dass wir Konflikte oder unterschiedliche Meinungen nur noch mit Gewalt lösen können?
Vielleicht wäre es doch keine so falsche Idee, Marihuana zu legalisieren, aber mal im Ernst, warum haben wir so einen Drang dazu entwickelt, Diskussionen eskalieren zu lassen?
Ich persönlich stehe jedenfalls kurz davor, sämtlichen Diskussionen aus dem Weg zu gehen. Ich weiß, dass das nicht der sinnvollste Weg ist, aber in einer Welt, in der Diskussionen kaum noch möglich zu sein scheinen, weil ein Großteil seinen Standpunkt als ultimative Wahrheit ansieht, ist es für mich der gesündeste.


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