Sonntag, 4. Juni 2017

Freiflug auf der Datenautobahn

Eigentlich sollte man meinen, dass wir in Deutschland in einem hochmodernen und gut ausgestatteten Land leben. Wenn ich dann aber sehe, wie unsere Internetverbindungen aussehen, bekomme ich regelmäßig Sorgenfalten und graue Haare. Ein Beispiel: In der Großstadt, in der ich wohne existieren über das gesamte Stadtgebiet verteilt öffentliche Hotspots, an denen man sich, so die Theorie, einwählen und so kostenlos im Internet surfen kann. Die Praxis sieht in letzter Zeit eher wie folgt aus: Man findet mit seinem mobilen Endgerät einen öffentlichen Hotspot und versucht sich einzuwählen, man wartet, man bekommt eine Mitteilung, dass man irgend welche Daten eingeben soll, man fliegt raus. Nach dem gefühlt 100. gescheiterten Versuch stelle ich mir die Frage, was daran so schwer sein kann, einen vernünftig funktionierenden Hotspot einzurichten.

Ich habe vor ein paar Jahren Urlaub in Göteborg gemacht. Kaum angekommen, bekam ich per sms alle möglichen Informationen, die ich benötigte um mich im dortigen W-lan anzumelden. Nach nicht einmal einer Minute stand die Verbindung und ich konnte lossurfen. Ich frage mich, was die Schweden anders machen als wir. Theoretisch hätte ich sogar im Busshuttle vom Flughafen in die Innenstadt W-lan kostenlos nutzen können. Ich weiß, spätestens im Urlaub sollte man hin und wieder auch mal abschalten können. Bei der ein oder anderen spontanen Suchaktion habe ich diese Mobilität aber dennoch genossen.

Was am Ende des Tages für mich übrig bleibt ist wohl die Erkenntnis, dass wir doch nicht die fortschrittliche und Zukunftsweisende Industrienation sind, die wir gerne vorgeben zu sein und dass das Internet wohl noch sehr lange für uns alle #Neuland bleiben wird.

Euer
Sebastian.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen